Wie Tränengas und Pfefferspray auf den Körper wirken

Wie Tränengas und Pfefferspray auf den Körper wirken

Wichtige Punkte auf einen Blick

  • Beim Einatmen von Tränengas kann die Lunge und oberen Atemwege reizen, was zu Keuchen, Husten und Würgen führen kann.
  • Die Wirkung beginnt innerhalb von Sekunden nach der Exposition und kann bis zu einer Stunde anhalten.
  • Pfefferspray ist ein Tränenmittel. Es ist bekannt, dass es ein brennendes Gefühl in Augen und Haut hervorruft.

Tränengas und Pfefferspray sind zwei weit verbreitete Formen der nicht-tödlichen Kontrolle von Menschenmengen. Bei der Einwirkung von Tränengas und Pfefferspray werden die Schmerzrezeptoren des Körpers überreizt, was zu einem brennenden Gefühl auf der Haut und Atembeschwerden führen kann. Der Kontakt mit Tränengas kann zu unkontrollierbarem Husten, brennenden Augen und Rachenreizungen, laufender Nase, Übelkeit und Orientierungslosigkeit führen.

Pfefferspray ist noch stärker und die Wirkung hält viel länger an. Zu den Auswirkungen gehören starke Augenschmerzen, Hustenanfälle und ein erstickendes Gefühl, das es schwierig machen kann, zu schreien oder effektiv zu atmen. Im Allgemeinen wird Personen, die Tränengas oder Pfefferspray ausgesetzt sind, geraten, das Gebiet so schnell wie möglich zu verlassen und einen Arzt aufzusuchen, wenn die Symptome nicht innerhalb von etwa einer Stunde nach Verlassen des betroffenen Gebiets abklingen.

Was du über Tränengas wissen solltest

Tränengas ist eine chemische Verbindung, die eingesetzt wird, um Menschenmengen zu zerstreuen. Es wurde erstmals im Ersten Weltkrieg als chemische Waffe eingesetzt und danach für weitere Kriegseinsätze verboten. Heutzutage wird es durch die Strafverfolgungsbehörden hauptsächlich zur Kontrolle von Menschenmengen bei Unruhen eingesetzt.

Tränengas wirkt auf die Augen, die Atemwege und die Haut der Betroffenen und führt zu starken Reizungen und Brennen. Wie stark diese Auswirkungen sind, hängt von der Menge der Exposition und der Empfindlichkeit der Person ab. Tränengas kann auch desorientierend wirken, da es bei den Betroffenen zu Atemnot, Husten, Blindheit und manchmal zu Erbrechen führen kann.

Die Wirkung beginnt üblicherweise innerhalb von Sekunden nach der Exposition und kann bis zu einer Stunde anhalten. Untersuchungen zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen, die Tränengas ausgesetzt sind, nur leichte, kurzfristige Symptome hat, aber bei 1 von 15 Menschen können auch schwerwiegende Symptome auftreten.

Vor allem Menschen mit Asthma können bei Kontakt mit Tränengas stärker gefährdet sein. Sie können schwere Bronchospasmen erleiden, die das Atmen erschweren und im schlimmsten Fall zu Atemstillstand und Tod führen können. Auch Menschen mit Herzerkrankungen, wie Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und Personen, die Neuroleptika einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen.

Die Beweise für die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit sind begrenzt, bei einigen Menschen können aber noch mehrere Monate nach der Exposition langfristige Auswirkungen auf die Atemwege auftreten.

Was solltest du über Pfefferspray wissen solltest

Pfefferspray ist eine Verteidigungswaffe, die als chemischer Reizstoff wirkt. Es ist auch als OC-Spray (Oleoresin Capsicum) bekannt und enthält Capsaicin, eine Chemikalie aus Chilischoten, die auf Augen, Nasen und Lungen von Säugetieren wirkt. Wenn es eingesetzt wird, erzeugt es einen Nebel aus Tröpfchen, der die Atemwege und die Augen des Ziels angreift, indem es ein stark brennendes Gefühl auslöst. In Selbstverteidigungssituationen kann es sogar zu vorübergehender Blindheit und Kurzatmigkeit führen. Obwohl die Wirkung meist nur vorübergehend ist und binnen einer Stunde abklingt, kann Pfefferspray bei vorbelasteten Menschen, z. B. mit Asthmaerkrankungen, gefährlich sein.

Frühere Untersuchungen zeigen, dass das Einatmen von Pfefferspray einen plötzlichen Anstieg des Blutdrucks verursachen kann, was das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erhöht.

Wie du dich schützen kannst

Die Vermeidung von Konfliktsituationen stellt natürlich den besten Schutz vor Tränengas oder Pfefferspray dar. Der Schutz der eigenen Gesundheit sollte für dich immer im Vordergrund stehen. Falls du trotzdem Gefahr läufst, in eine entsprechende Konfliktsituation zu geraten, solltest du möglichst eine Vollgesichtsgasmaske mit einem ABC-Schutzfilter tragen. Diese Filter sind oft eine Kombination von Partikelfiltern mit Aktivkohle, die die Kristalle und Aerosole für eine gewisse Zeit binden können. Sei dir aber bewusst, dass in Deutschland das Tragen einer solchen Maske als Straftat belangt werden kann.

Alternativen wie Schutzbrillen gegen Tränengas oder Schwimmbrillen können zwar verhindern, dass die Augen durch Pfefferspray getroffen werden, die Reizung der Atemwege kann mit solchen Hilfsmitteln aber nicht gehemmt werden. Wenn du dir einen dicken Lappen oder ähnliches vor den Mund hältst, kann dies zumindest für die Flucht aus dem Gefahrengebiet ausreichen, aber das Aerosol gelangt irgendwann auch durch den dicksten Stoff.

Sollte jemand Tränengas in geschlossenen Räumen versprühen, verlasse auf kürzestem Weg den Raum, da je nach Konzentration des Gases Lebensgefahr bestehen kann.

Was solltest du beachten, wenn du Tränengas oder Pfefferspray ausgesetzt bist

Wenn du jemals mit Tränengas oder Pfefferspray in Berührung kommst, gibt es einige Dinge, die du beachten solltest. In erster Linie solltest du den Bereich so schnell und sicher wie möglich verlassen, denn je länger du den Chemikalien ausgesetzt bist, desto stärker können die Symptome werden. Wenn du das Gebiet nicht sofort verlassen kannst, versuche dich so gut wie möglich vor den Dämpfen zu schützen, indem du dein Gesicht mit einem nassen Tuch abdeckst. Tränengas ist schwerer als Luft und sinkt daher zu Boden, je höher du also bist, desto besser bist du davor geschützt.

Nachdem du den kontaminierten Bereich verlassen hast wasche alle betroffenen Körperteile gründlich mit Wasser und Seife ab. Versuche, deine Augen möglichst nicht zu berühren und falls du Kontaktlinsen trägst, diese vorsichtig zu entfernen. Ziehe möglichst alle kontaminierten Kleidungsstücke aus, vermeide dabei aber, diese über den Kopf zu ziehen. Suche bei Bedarf einen Arzt oder besser die Notaufnahme auf, wenn die Symptome nach 45 Minuten nicht nachlassen oder schlimmer werden.

Bei Pfefferspray kann häufiges Blinzeln zu Tränen führen, die dir helfen können, die irritierenden Öle auszuspülen. Du kannst auch Babyshampoo oder mit Kochsalzlösung gemischtes Wasser verwenden, um Öle und Reizstoffe aus deinen Augen zu entfernen. Achte auf Augenschmerzen, Tränenfluss, verschwommenes Sehen oder Sehprobleme und Atembeschwerden. Höre auf deinen Körper und beobachte den Verlauf der Symptome, falls sich diese verschlimmern.

Achte darauf, dass du danach viel trinkst, da Tränengas und Pfefferspray die Fähigkeit deines Körpers, Wärme abzugeben, stark einschränken können.

Zusammenfassung

Tränengas und Pfefferspray werden gegen Personen eingesetzt, die sich an Protesten und Unruhen beteiligen. Obwohl sie weniger tödlich sind als andere Waffen, können einige Menschen schwere Verletzungen und Schäden erleiden, insbesondere wenn Lungen- und Herzerkrankungen vorliegen. Vermeide möglichst, dich diesen Chemikalien auszusetzen und verlasse den betroffenen Bereich möglichst rasch.


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